Quinag – Anspruchsvolle Kammwanderung in Nordwest-Schottland

Quinag (sprich: Kuniag) ist eine sehr eindrucksvolle Wanderung in Assynt. Die lange Tour führt über einen wilden Gebirgskamm zu drei verschiedenen Gipfeln und verlangt Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und Ausdauer. Wer Kammwanderungen liebt und sich im exponierten Gelände wohlfühlt, ist hier genau richtig.

Auf einen Blick

  • Länge: 14 km
  • Höhenmeter: 1.140 m
  • Dauer: 7 – 8 Stunden (je nach Fitnesslevel, und Länge der Fotostopps oder Pausen zum Genießen der Aussicht)

Für wen ist Quinag geeignet – und für wen nicht

Geeignet für:

Der Kamm von Quinag mit einem See am Fuß der Berge
Der Quinag-Gebirgskamm
  • Erfahrene Wanderer mit sehr guter Trittsicherheit
  • Wanderer, die bereits zum Wandern in Schottland waren, und nun anspruchsvollere Touren machen möchten
  • Menschen, die sich auf schmalen Kämmen wohlfühlen
  • Wer eine lange Tagesetappe konditionell bewältigen kann
  • Menschen, die gerne in einsamen Gegenden unterwegs sind

Nicht geeignet für:

  • Personen mit Höhenangst
  • Unerfahrene Wanderer ohne Navigationskenntnisse
  • Personen, die keine geeignete und wettergerechte Ausrüstung dabeihaben
  • Tage mit unsicherem Wetterfenster

Der Bergkamm ist an einigen Stellen sehr ausgesetzt und daher nur Menschen zu empfehlen, die trittsicher sind und einen Kopf für Höhen haben. Da die Felsen bei Nässe sehr rutschig sein können, kann die Wanderung bei Regen eine noch größere Herausforderung sein als bei trockenem Wetter.

Auf dem Quinag-Gebirgszug ist wie bei den meisten anderen Bergen in Assynt (Ausnahme: Stac Pollaidh und die Munros Ben More Assynt und Conival) sehr wenig los. Es ist gut möglich, dass du während deiner Wanderung keiner anderen Person begegnest.

Wenn du dir die Quinag-Wanderung nicht zutraust, oder dir nicht sicher bist, aber trotzdem nicht auf eine Wanderung im schönen Assynt verzichten möchtest, dann schau dir mal Stac Pollaidh an. Dort gibt es einen angenehmen Rundweg, bei dem du ebenfalls in den Genuss von „Kamm-Feeling“ kommst, allerdings auf eine sanftere Art.

Wann Quinag keine gute Idee ist

Es gibt Tage, an denen ist eine Wanderung auf dem Quinag-Gebirgszug nicht ideal und kann unter Umständen gefährlich sein:

  • Bei starkem Wind: Auf den Kämmen besteht Absturzgefahr
  • Bei Nässe: Fels und Geröll werden sehr rutschig
  • Bei Nebel: Orientierung auf dem langen Kamm wird schwierig
  • Bei Müdigkeit: Die Tour verlangt über viele Stunden Konzentration

An einem solchen Tag suchst du dir lieber eine weniger anspruchsvolle Tour aus, zum Beispiel den bereits angesprochenen Rundweg auf Stac Pollaidh (aber aufpassen: bei starkem Wind oder Regen kann der ebenfalls tabu sein).

Charakter der Wanderung

quinag felsen

Besucht man alle drei Hauptgipfel des Quinag, kommt man hier voll auf seine Kosten: Von den insgesamt 14 Kilometern ist man die Hälfte davon auf Kämmen unterwegs – mal mehr, mal weniger breit und ausgesetzt. Die Pfade sind oft gut erkennbar, stellenweise jedoch erodiert und mit Geröll durchsetzt.

Da man von Osten nach Westen unterwegs ist, kann man regelrecht dabei zusehen, wie man mit jedem Schritt dem Meer näherkommt. Bei guter Sicht kann man vom Nordwestgipfel sogar die Isle of Lewis auf den Äußeren Hebriden am Horizont erkennen.

Varianten & Abbruchmöglichkeiten

Die Wanderung führt in sehr weit abgeschiedenes Gelände und auf dem Kamm gibt es keine leichten Rückzugsrouten.

Wenn du abbrechen oder umkehren musst, bieten sich die folgenden Ausstiegspunkte an:

  • Bei Entscheidung gegen Kammwanderung: Umdrehen nach dem 1. Gipfel und auf demselben Weg zurück
  • Bei Abbruch nach dem 1. oder 2. Gipfel: Auf den Plateaubereichen zwischen den Kammabschnitten nach Osten Richtung See absteigen

Quinag – Routenbeschreibung

quinag karte
Karte zur Orientierung – nicht zur Navigation

Hier findest du die Routenbeschreibung, die über alle 3 Gipfel des Gebirgszugs führt. Die Wanderung beginnt auf einem Wanderparkplatz nördlich von Loch Assynt. Auf einem bequemen Pfad marschieren wir Quinag entgegen, dessen Süd- und Ostgipfel uns schon von Weitem willkommen heißen.

Über die Schulter des Südgipfels geht es stetig aufwärts. Mit jedem gewonnenen Höhenmeter gewinnen wir auch mehr an Aussicht und können schon bald zu unserer Linken das Wasser im Loch Assynt glitzern sehen.

Auf dem ersten Gipfel bekommen wir nun einen Eindruck, was vor uns liegt: ein felsiger Gebirgskamm, der teilweise auf beiden Seiten steil nach unten abfällt. An den steileren Stellen kann man jedoch jederzeit als zusätzliche Sicherheit die Felsen links und rechts als Geländer benutzen.

quinag meerblick

Das Kraxeln bringt Abwechslung ins Spiel, erfordert aber stets Aufmerksamkeit und sicheren Tritt. Ein Highlight dieser Wanderung ist, dass wir mitverfolgen können, wie wir mit jedem Schritt dem Meer näherkommen.

Haben wir schließlich den nördlichen Gipfel erreicht, eröffnet sich vor uns der Blick auf den Atlantik.

Zurück über den 3. Gipfel

Es geht zunächst auf demselben Weg zurück, den wir hergekommen sind. Von einem Plateau aus gelangen wir über den östlichen, breiten Kamm zum 3. Gipfel.

Anschließend geht es zurück und auf einem gut ausgetrampelten Pfad die Südflanke des Berges hinunter.

Der Weg führt uns stetig zurück in Richtung Straße, wo wir nach einem sehr erlebnisreichen Tag schließlich den Parkplatz erreichen.

Quinag – Ein Kamm mit viel Weite & Aussicht

Quinag gehört zu meinen Lieblingswanderungen in Assynt. Der Weg über den Kamm ist sehr abwechslungsreich und bietet für erfahrene Bergwanderer eine gute Mischung aus Herausforderung und Genuss.

Die Tatsache, dass der Quinag-Gebirgszug nahe am Meer liegt und uns mit tollen Aussichten in alle Richtungen belohnt, ist da fast Nebensache. Fast.


Allzeit schöne Abenteuer
Natalie