Stac Pollaidh – Assynt-Feeling für Einsteiger

Stac Pollaidh (anglisiert als „Stack Polly“) ist einer der populärsten Berge im Nordwesten Schottlands. Mit nur 612 m Höhe ist er zwar ein Zwerg, charakterlich aber ein echter Riese. Ein Parkplatz direkt am Fuß des Berges und ein guter Pfad bis zum Sattelpunkt schaffen einen guten Zugang zu dieser Route und bieten dir ideale Voraussetzungen für eine abwechslungsreiche Halbtageswanderung.

Auf einen Blick

  • Länge des Rundwegs: 4 km
  • Höhenmeter Rundwegstrecke: 460 m
  • Dauer: 2 – 4 Stunden (je nach Länge der Fotostopps und Aussicht-Genießen-Pausen)

Für wen ist Stac Pollaidh geeignet – und für wen nicht

assynt saltire

Geeignet für:

  • Personen mit grundlegender Trittsicherheit
  • Menschen, die einen ersten Eindruck der Monolithen von Assynt bekommen möchten
  • Als Halbtagestour oder Einstiegstag

Weniger geeignet für:

  • Personen mit starker Höhenangst, wenn der Gipfel über den Felsgrat bestiegen werden soll
  • Sehr nasse oder stürmische Tage
  • Menschen, die Einsamkeit mögen, da Stac Pollaidh für Assynt-Verhältnisse einen hohen Besucherandrang verzeichnet

Auch wenn der Pfad zum Kamm überwiegend gut zu gehen ist, ist er auf dem letzten Drittel teilweise stark erodiert und etwas steil. Das erfordert gute Trittsicherheit. Wer Höhenangst hat, sollte außerdem auf dem Kamm vorsichtig sein, da das Gelände abrupt und steil vor einem abfällt, sobald man auf Kammhöhe ist.

Der Weg zum echten Gipfel Stac Pollaidhs ist nur über eine ausgesetzte Kraxelstrecke zu erreichen. Diese erfordert absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Ich empfehle sie nur erfahrenen Bergwanderern, die bereits einige Erfahrung in dieser Art Gelände haben.

Wann Stac Pollaidh keine gute Idee ist

Auch wenn Stac Pollaidh als eher einfache Wanderung klassifiziert ist, ist sie nicht bei jedem Wetter zu empfehlen:

  • Bei starkem Wind: Der Kamm ist exponiert und Böen können aus der Balance bringen.
  • Bei Nässe: Die Felsen werden rutschig, besonders auf der Kraxelpassage.
  • Bei dichtem Nebel: Orientierung auf dem Kamm und in der Heidelandschaft werden schwieriger.

Wie auf jede Wanderung in Schottland solltest du dich auch auf Stac Pollaidh gewissenhaft vorbereiten. Das heißt: dem Wetter angepasste Ausrüstung mitnehmen und Navigationshilfsmittel in Form eines GPS-fähigen Smartphones, Karte und Kompass.

Anforderungen & Charakter der Wanderung

Die beliebteste Strecke ist eine Rundwanderung, die hinauf auf den Kamm führt, von dem aus sich eine herrliche Aussicht bietet. Ab dort gibt es mehrere Möglichkeiten, die Tour zu gestalten.

stac pollaidh kamm
Blick zurück zum Sattelpunkt von der Kraxelpassage aus

Varianten:

  1. Die Bequeme: Du gehst denselben Weg zurück zum Parkplatz.
  2. Die Runde: Du gehst vom Kamm zurück und umrundest Stac Pollaidh unterhalb des Kamms.
  3. Die Anspruchsvolle: Du bleibst auf dem Kamm und kraxelst über die zerklüfteten Felsen hinauf zum „echten“ Gipfel Stac Pollaidhs – Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sind hier ein Muss.

Egal für welche Variante du dich entscheidest, diese Halbtagestour ist ein echtes Erlebnis mit schönen Aussichten. Sie macht schnell Lust auf mehr Bergwandern in dieser Region und ist deshalb ein idealer Einstieg.

Stac Pollaidh-Rundweg

Ich stelle dir hier den Rundweg im Detail vor. Wir verzichten auf die technisch und körperlich anspruchsvolle Kraxelpassage und halten uns stattdessen an die Pfade.

Eine Bitte

Stac Pollaidh ist ein sehr beliebtes Wanderziel und entsprechend hoch ist die Belastung auf die empfindliche Vegetation. Bitte hilf mit, dieses Naturparadies zu erhalten und die Erosion auf einem Minimum zu halten, indem du auf den Pfaden bleibst – auch wenn sie manchmal matschig sind.

stac pollaidh karte
Karte zur Orientierung – nicht zur Navigation

Mit 4 Kilometern Länge ist der Rundweg eher kurz. Es gilt aber 460 Höhenmeter zurückzulegen, die im letzten Drittel auf eher steilem Gelände zu bewältigen sind. Genusswanderer lassen sich hier meist 3 Stunden Zeit für den Rundweg – bei gutem Wetter auch mehr, denn der Kamm lädt zu einer langen Pause ein.

Auf der Karte unten ist die Streckenführung des Rundwegs grob eingezeichnet. Startpunkt ist der Stac Pollaidh Car Park am Ufer von Loch Lurgainn. Es lohnt sich, früh anzukommen, oder die Wanderung erst um die Mittagszeit zu starten, da der Parkplatz während der Hauptsaison immer gut gefüllt ist.

Stac Pollaidh von unten gesehen

Auf der anderen Straßenseite gegenüber des Parkplatzes geht es durch ein Gatter und dann sogleich bergauf auf einem steinigen Pfad.

An einer Kreuzung halten wir uns rechts und müssen dem Pfad dann nur schnurstracks bis zum Gipfel folgen. Wir passieren zuerst eine Heidelandschaft, bevor diese nach und nach einer ganz Assynt-typischen zerklüfteten Felslandschaft weicht. Während des gesamten Aufstiegs bieten sich uns gute Blicke auf die imposante Felsformation, die Stac Pollaidh ausmacht.

stac pollaidh nordblick
Blick nach Norden zu Cùl Mòr rechts und Suilven (links)

Wir gelangen auf dem Pfad auf die nördliche Seite des Berges. Dort geht es etwas steiler zur Sache, aber immer auf einem guten Pfad. Schließlich erreichen wir den Sattelpunkt, der sich inmitten des Bergkamms befindet. Von dort haben wir eine wunderschöne Sicht über Loch Lurgainn und Ben More Coigach im Süden, und zum ikonischen Suilven-Massiv im Norden.

Zurück um die Nordseite herum

Der einfachste und kürzeste Weg zurück ist über denselben Pfad, auf dem wir hergekommen sind. Wer die Runde machen möchte, folgt diesem Pfad zuerst ein Stück weit nach unten, bis unterhalb des Kamms.

Dort halten wir uns links und folgen einem Trampelpfad, der oberhalb entlang eines Zauns verläuft. Der Pfad führt uns um die Rückseite Stac Pollaidhs herum, bevor er uns auf der Westseite nach unten und schließlich Richtung Süden zum Parkplatz leitet.

Stac Pollaidh – Ein gediegener Einstieg in die Bergwelt des Nordwestens

Der Rundweg um Stac Pollaidh ist ein wunderbarer Einstieg ins Bergwandern in der Region Assynt. Die kurze Tour bietet uns alles, was die Gegend so besonders macht: die Besteigung eines imposanten Monolithen, schöne Panoramen über den einsamsten Landstrich Schottlands hinweg und das Gefühl, Teil etwas ganz Besonderem zu sein.


Allzeit schöne Abenteuer
Natalie